Restaurant Prenner
“Mir wolle eigentlich bloß was esse. Am End war’s e kulinarische Grenzerfahrung mit Unterhaltung, Alkohol un’ leichtem Realitätsverlust. Aafange hot’s mit em Kalbstatar. So fein, dass mer kurz gedenkt hot, ob mer sich net entschuldige muss, bevor mer’s isst. Dann Wagyu Filet un Wagyu Burger. Beides so gut, dass mer innerlich sei Lebe überdenkt un kurz überlegt, ob mer net einfach do bleibt. Der Burger war so gut, dass mer bloß noch nickt, weil Rede nix mehr bringt. Zum Schluss New York Cheesecake un Kokos Crème brûlée. Süß, cremig, brandgefährlich. Die Sorte Nachtisch, die dir einredt, du hättsch noch Platz. Hatt mer net. War awer egal. Der Service hot uns permanent nachgeschenkt. Un noch emol. Un noch emol. Irgendwann hot mer des Gefühl ghabt, die steht dauerhaft hinne uns, regungslos, mit der Flasch in der Hand. Der Mund hot gelächelt. Die Auge ware tot. Wie bei jemandem, der scho zu viel geseh hot, awer halt professionell bleibt. Mer hot sich gleichzeitig umsorgt un überwacht gefühlt. Respekt. Un dann der Chef. E Quell vun Lebensfreid. Einer, der ganz klar beschlossen hot, dass Gastfreundschaft kei Limit kennt. Er hot uns von der 6-Liter-Magnumflasch vum Nachbartisch probiere losse, einfach so, weil warum net. Dazu Anekdote aus Mallorca, verzählt mit so viel Begeisterung, dass mer merkt: Der bereut original gar nix. Fazit: Brutal gutes Esse, großzügiger Wein, surrealer Service un e Chef, der Lebensfreid ausschenkt wie annere Wasser. Mir sin hungrig kumme un sin glücklich, leicht verwirrt un mit em Gefühl gange, Teil vun ere sehr gut gelaunte Parallelwelt gwest zu sei. Mir kumme widder. Wahrscheinlich öfter, als eigentlich gsund wär.”